Historie/Chronik

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Vereinsgründung

Die Idee, die die Auslösung zur Gründung eines Turn— und Sportvereine in Albeck bewirkte, war damals ganz bestimmt keine Einmaligkeit, aber sie hat doch zur Gründung unseres Vereins geführt.  Neben dem bestehenden Gesangverein, der in Albeck schon im Jahre 1900 gegründet worden war und nach dem Weltkrieg erst im Jahre 1948 den aktiven Sangesbetrieb wieder aufnahm, gründete der aus englischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Paul Dauner mit Rudi Sacher und einigen weiteren Freunden den Turn- und Sportverein Albeck -Die Gründungsversammlung wurde am 25. Februar 1948 im Gasthaus zum „Lamm“ abgehalten, heute Haus Herter in der Werdenbergstraße. Bei der Gründungsversammlung wurde Paul Dauner zum 1. Vorsitzenden und Hans Häckel zum 2. Vorsitzenden gewählt. Nach einigen weiteren Versammlungen und Hitglieder-Herbe-Aktionen musste damals bei der Militärregierung ein Antrag auf Zulassung einer solchen Einrichtung gestellt werden. Dem wurde dann auch entsprochen. Die Amerikaner als Besatzungsmacht in unserer Zone waren der deutschen Bevölkerung gegenüber sehr bald freundlich gesinnt, und wenn wir sie nicht gehabt hätten, wäre die Not der Bevölkerung durch das Fehlen von Lebensmitteln ins Unerträgliche gestiegen. Sehr bald wurden die Militärregierungen durch Zivilregierungen ersetzt. Ehemalige Mitglieder der Nationalsozialistischen Partei (NSDAP) als sogenannte Nazis durften natürlich längere Zeit ihre Ämter nicht mehr ausüben. In den Schulen wurden Hilfslehrer eingesetzt, die keine Lehrer, aber auch keine Nazis waren. In den anderen öffentlichen Einrichtungen war es ebenso. Aber sehr bald wurde festgestellt, dass man doch auf alte, bewährte Kräfte nicht verzichten konnte. Und so kehrten dann nach und nach die bewährten Kräfte, nach ihrer Entnazifizierung, in ihre Berufe zurück. In den Schulen, Rathäusern, Landrats— und Finanzämtern sah man bald wieder bekannte Gesichter. Neben der Fußballabteilung, die eigentlich das Aushängeschild des neugegründeten Vereins war, wurde am Anfang auch Leichtathletik betrieben. Mit Erfolg wurde an Staffelläufen in Söflingen teilgenommen- Die Teilnehmer wurden mit Urkunden belohnt. Das Training der ersten Fußballmannschaft, man begann den Spielbetrieb vorläufig nur mit einer Mannschaft, hatte Rudi Sacher übernommen. Es wurden zahlreiche Freundschaftsspiele gegen Mannschaften der schon bestehenden umliegenen Vereine ausgetragen, aber auch gegen zusammengewürfelte Mannschaften ohne Vereinszugehörigkeit. Nicht vergessen wollen wir, dass am Anfang auch Spieler aus Göttingen unsere Reihen verstärkten. Die Spieler Georg Gerstlauer, Hyronimus Schmid und die Gebrüder Köpf waren aus unserer Gründungsmannschaft nicht wegzudenken. Ein Jahr später, im Jahre 1949, gründeten die Göttinger dann auch einen Sportverein, Die in unserer Mannschaft so erfolgreich mitwirkenden Göttinger ließen wir sehr ungern zu ihrem neugegründeten Heimatverein ziehen.

Der erste Spielplatz und die Umkleideräume

Der erste Sportplatz des TSV Albeck wurde an der westlichen Seite unseres Ortes entlang der B 19 etwa an der Stelle,auf der heute die Baulichkeiten der Straßenbaumeisterstelle stehen, erstellt. Das Gelände war eine Öde und mußte vorher von den Gründerndes Vereins geebnet und zum Teil aufgefüllt werden. Jeder der zwei ortsansässigen Schmiede hat dem Verein kostenlos ein Tor am Sportplatz erstellt. Trainiert wurde eben, wenn es die Witterung und die Tageszeit erlaubte. So konnte zum Beispiel über den Winter kein Training durchgeführt werden. Trotzdem hatte man sich doch jeden Donnerstag im Vereinslokal zur „Krone“ getroffen und oft bis in den frühen Morgen getagt, gezecht und gesungen. Der Straßenverkehr auf der B 19 stand damals in keinem Vergleich zum heutigen Verkehrsaufkommen auf dieser Strecke, deswegen war es in dieser Zeit noch möglich, nahe einer Bundesstraße Fußball zu spielen. Ein Handikap war noch, daß über die Mitte des Platzes eine Starkstromleitung führte. So wurde oft ein Ball, der einen Draht dieser Leitung berührte, in seiner Richtung verändert. Als Umkleideraum wurde damals von Zimmermeister Fritz Hagenmaier unserer Mannschaft seine Werkstatt zur Verfügung gestellt. Die Spieler der Gastmannschaften konnten sich in einem Nebenraum im Vereinslokal „Krone“ umkleiden. Frau Hagenmaier und Frau Sacher sorgten dafür, daß jeweils nach den Fußballspielen warmes Wasser zur Verfügung stand. In einem Zuber (große Wanne) haben sich dann die 11 Spieler gewaschen. Oft genug mußten damals die Spieler bei Auswärtsspielen den Waschvorgang im Viehstall hinter den Kühen vornehmen. Denn damals hatte ja ein Fußballverein unserer Größenordnung weder ein Vereinsheim noch eine Dusche. Der erste Dress bestand aus einem grünen Leibchen mit schwarzer Hose und grünen Stutzen. Einige Jahre später folgte dann ein schwarz-gelb gestreifter Dress mit schwarzer Hose. Einige Fußballfrauen strickten dazu noch farbgetreue Uhrwärmer. Von den Spielern der anderen Mannschaften in unserer Gruppe wurden wir damals als Kartoffelkäfer aus Albeck bezeichnet. In dieser Zeit wurde von unserem damaligen Mitglied Hugo Vogel ein Vereinswappen entworfen, das heute noch besteht. Dieses Wappen schmückt unsere Vereinsfahne, die Dresse der Aktiven und dient auch als Kopf bei jeder Vereinsanzeige in der Heimatrundschau. Herr Vogel hat sich viele Jahre danach in ‚Ulm als Planer undManagerder Austellungen „Leben, Wohnen, Freizeit“ einen Namen gemacht. Am 5. September 1948 konnte mit der 1. Verbandsrunde begonnen werden. Die Spieler mußten zum 1. Verbandsspiel nach Lonsee. Eugen Rochette hat die Aktiven wie bei vielen Auswärtsspielen nachher mit seinen Ponnies und einem Wagen nach Lonsee gefahren. Das Spiel endete 6 : 1 für Lonsee. Das Ehrentor und erstes Albecker Tor erzielte unser damaliger Torwart Rudi Sacher mit einem Elfmeter. Die Niederlage wurde gelassen weggesteckt, mit der Erkenntnis, daß die Leistung noch gesteigert werden muß, um gegen solche renommierte Mannschaften bestehen zu können. Am Abend des 5. September 1948 wurde dann im Gasthaus zum „Adler“, trotz der saftigen Niederlage, eine Tanzveranstaltung durchgeführt.

Kultur und Geselligkeit

Schon im ersten Gründungsjahr und auch die Jahre danach wurden von Mitgliedern und Gönnern des Sportvereins jährliche Weihnachtsfeiern durchgeführt; es wurden jeweils bis zu drei Theaterstücke angeboten. Diese Veranstaltungen hatte damals schon der Gesangverein mit einigen Liedvorträgen umrahmt. Es darf heute gesagt werden, daß das Laienspiel schon seit Jahrzehnten in Albeck gepflegt wird. Unsere Theaterstücke unterstanden immer schon einer sehr kritischen Auswahl. Früher wurde in der Weihnachtszeit gespielt, in der Regel ein ernsteres Stück, dazu noch ein oder zwei schwäbische Schwänke. Die Veranstaltungen wurden Weihnachtsfeiern genannt. Oft sind die Feiern 2 oder 3 mal wiederholt worden, um dem Zustrom der Besucher aus Albeck und der Umgebung überhaupt gerecht zu werden. Für uns Albecker war es eine Selbstverständlichkeit, die Weihnachtsfeiern der umliegenden Vereine zu besuchen, und es war für unsere Nachbarn eine Selbstverständlichkeit, sich dann zu revanchieren. Gespielt wurde am Abend des 2. Weihnachtsfeiertages für Vereinsmitglieder und Einheimische. Bei der Aufführung um die Jahreswende waren dann Gäste aus dem Umland willkommen. Das Theaterspielen um Weihnachten und das Proben in der Vorweihnachtszeit war für die oft verheirateten Theaterspielerinnen und -spieler ein großer Streß. Deswegen wurden später diese Theaterabende auf das Frühjahr verlegt Die Zeit zur Vorbereitung war im Frühjahr günstiger. Diese Feiern wurden seit eh und je mit einer Tombola umrahmt. Sie wurde früher, mehr noch als heute, mit Ehrengaben bestückt. So waren und sind diese Feiern und Veranstaltungen eine willkommene Einnahmequelle für den Kassierer des Vereins. Schon im Jahre 1950 wurde in Albeck der erste Faschingskick ausgetragen. Gegner der Mannschaft des TSV war eine Auswahl des Gesangvereins Albeck. Auf beiden Seiten sollten nur Akteure eingesetzt werden, die im Fußball noch nie aktiv mitgewirkt hatten. An einem witterungsmäßig schönen Sonntag, es war der 19. Februar 1950, liefen die Auswahlmannschaften auf dem Sportplatz ein und stellten sich dem zahlreich erschienenen Publikum vor. Jeder einzelne war auf seine Art verkleidet. Ohne Geld auszugeben, hat fürwahr jeder Mitwirkende hier sein Bestes getan. Schon das Bestaunen der in Schlafanzügen oder in Trachten oder einfach in altem „Häs“ Erschienenen hatte bei den Zuschauern viel Heiterkeit ausgelöst. Der damaligetechnische Leiter des TSV, Klaus Strobel, mit Frack und Zylinder gut angezogen und mit einem großen Regenschirm in der Hand, drückte dem Treiben noch seinen Stempel auf. Unser Klaus hat sich als Schiedsrichter zur Leitung dieses Spieles zur Verfügung gestellt. Er hat seine Aufgabe in großzügiger Weise erfüllt. Abseits und Fouls gab es nicht oder sie wurden halt nicht gepfiffen. Das Endergebnis lautete 4:3 für die Vertreter des Sportvereins. Am Abend wurde im Gasthaus zur „Krone“ noch eine Tanzveranstaltung abgehalten und der in jeder Beziehung schöne Tag abgeschlossen. Im Jahre 1952 wurde der erste Vereinsausflug durchgeführt. Er führte uns zu den Königsschlössern. Georg Glöckler hatte diesen Ausflug beispiellos organisiert. Seit dieser Zeit werden jährlich Vereinsausflüge durchgeführt, stets verbunden mit dem Gesangverein. Viele schöne Ziele im In- und Ausland wurden besucht, meistens waren es 2-Tagesausflüge, die dann hauptsächlich unser Mitglied und heutiger Gesangsvereinsvorsitzender Robert Hagenmaier organisierte. Es würde zu weit führen, alle Ausflugsziele hier aufzuführen. Nur ein Ausflug unter vielen schönen soll hier erwähnt werden: der Ausflug im Jahre 1956 zu den Silvretta-Staudämmen im Montafon in Österreich. Bei wunderschönem Wetter erlebten wir zwei Tage lang eine Alpenlandschaft in einmaliger Schönheit. Dazu kam noch ein kameradschaftlicher Abschluß am ersten Abend, von dem heute noch mancher Teilnehmer schwärmt. Fast alle Ausflügler waren im Partenner Hof versammelt und halfen mit, daß dieser Abend in gesellschaftlicher Runde so schön wurde. Auf kultureller Ebene wurde in den fünfziger Jahren und auch danach in unserem Verein viel geleistet. Man. kann sagen, der Sportverein, verbunden mit dem Gesangverein, hat in Albeck jahrzehntelang Öffentlichkeitsarbeit im wahrsten Sinne für unsere Mitmenschen betrieben. Grundsätzlich wurden jedes Jahr neben den Weihnachts- oder Frühjahrsfeiern,Faschingsveranstaltungen, Kirchweihtänze, jährlich mindestens 2 Kameradschaftsabende abgehalten, später in den sechziger Jahren haben wir regelmäßig in der Turnhalle Tanzveranstaltungen durchgeführt. Durch diese Aktivitäten konnten wir zugleich auch unsere Vereinskasse gesund erhalten und schafften die Möglichkeit, daß bei Kameradschaftsabenden den Aktiven etwas spendiert werden konnte. In den späteren Jahren wurden in manchen Umlandgemeinden moderne Mehrzweckhallen gebaut, so daß die dortigen Vereine mit zugkräftigen Musikkapellen der Jugend ein besseres Angebot machen konnten.

Freundschaft mit anderen Vereinen

Schon im Jahre 1950 wurden freundschaftliche Beziehungen zu Sportvereinen, die außerhalb unseres Sportkreises lagen, gepflegt. So fuhren wir mit 2 Mannschaften in einem Bus über Ostern 1950, 9. und lo. April, nach Boll zu einem Freundschaftstreffen. Man spielte am Ostersonntag mit beiden Mannschaften. Die Mannschaften des TSV Boll waren unseren Mannschaften in jeder Beziehung überlegen, so daß unsere Erste und unsere Zweite um eine saftige Niederlage nicht herumkam. Das trübte aber die freundschaftlichen Bindungen zu den Boller Spielern nicht und um so mehr wurde am Abend bei einem gemütlichen Beisammensein gezecht und gesungen, und ich glaube sagen zu dürfen, daß am Abend wir Albecker mit den Bollern in jeder Beziehung mithielten. Unser damaliger Bürgermeister, Herr Schempp, übrigens ein gebürtiger Boller, war an diesem Abend ebenfalls anwesend und hat uns Aktiven 20.- DM gespendet, die von uns natürlich sofort in Bier umgesetzt wurden. Am folgenden Tag, am Ostermontag, wurden die Rückspiele ausgetragen. Sie gingen beide erwartungsgemäß verloren, standen allerdings infolge der durchzechten Stunden in der vorangegangenen Nacht niveaumäßig mindestens eine Stufe niedriger. Die freundschaftliche Begegnung endete mit einer Tanzveranstaltung, und erst gegen 24 Uhr traten wir mit dem Bus die Heimreise an. An Pfingsten, am 22./23. Mai 1950, durften wir dann die Boller Mannschaften in Albeck zu einem Gegenbesuch begrüßen. Die Spieler und auch deren Anhänger wurden, wie wir an Ostern zuvor in Boll, in Privatquartieren untergebracht. Vor dem Freundschaftsspiel überreichte der Trainer der Boller Mannschaften unserem Spielführer einen Wimpel. Dies war die Gegengabe für den Wimpel, den an Ostern zuvor schon unser Vorsitzender Fritz Hagenmaier in Boll dem dortigen Spielführer überreicht hatte. Am Pfingstsonntag konnten wir erfreulicherweise auch den ersten Sieg gegen Boll mit 4:1 verbuchen. Abendswaren wir im Gasthaus zum „Lamm“ in Kameradschaft beieinander. Am andern Tag, Pfingstmontag, wurden wie in Boll gleich die Rückspiele ausgetragen. Beide wurden von den Boller Mannschaften gewonnen. Im Gasthaus zur “Krone“ wurde das harmonische Freundschaftstreffen abgeschlossen. Die freundschaftlichen Beziehungen zum TSV Boll dauerten einige Jahre, wir trugen noch einige Freundschaftsspiele aus und verbrachten miteinander noch manch schöne Stunden. Doch mit der Zeit wurden diese freundschaftlichen Beziehungen etwas gelockert, und wie dies oft im Leben so ist: man findet neue Freunde, und die alten vergißt man. Im Sommer 1950 nahm die 1. Fußballmannschaft an einigen Pokalturnieren teil. So konnte unsere 1. Mannschaft erstmals in Göttingen den 1. Preis, einen schönen Pokal, mit nach Hause nehmen. Manch Durstiger aus unseren Reihen hat an diesem Sonntag, einige auch über den Durst hinaus, aus diesem Pokal gezecht. Einige Wochen später mußte unsere 1. Mannschaft bei einem Pokalturnier in Neenstetten sich mit dem 5. Platz zufrieden geben. Jeder Fußballer, jeder unserer Freunde und auch unsere Söhne, die heute in unseren aktiven Mannschaften spielen wissen, daß Höhen und Tiefen im Sport oft sehr nahe beieinander liegen. Aus dem Protokoll ist zu ersehen, daß das Spieljahr 1950/51 für unsere 1. Fußballmannschaft doch schon sehr erfolgreich war. Sie war nicht mehr wie die Jahre vorher, oft bloß der Punktlieferant für unsere Gegner. In dieser Zeit konnte der Verein auch eine zweite Mannschaft stellen, und damit standen bei Verletzungen von Spielern in der ersten Mannschaft Ersatzleute zur Stelle.

Der erste Vereinsausschuss

Bei der Hauptversammlung am 18.2.1951 im Gasthaus zur „Krone“ wurde auf Antrag der Vorstandschaft beschlossen, erstmals zur Unterstützung der Vorstandschaft einen Ausschuß zu wählen. Die Wahl des Vorstandes und der Ausschußmitglieder wurde geheim durchgeführt und erbrachte folgende Ergebnisse:

1. Vorsitzender: Hagenmaier Fritz

2. Vorsitzender und Kassierer: Dannenmann Karl

Schriftführer: Sacher Rudi

Jugendleiter: Heißer Georg sen

technischer Leiter: Strobel Klaus

Ausschussmitglieder: Schmidt Hermann, Thierer Georg, Scheerer Matth., Dannenmann David, Schwenk Eberhard, Becke Helmut

Von diesem Tage an besaß der Verein zum vorhandenen Vorstand nun auch einen Ausschuß. Dieser war notwendig, um die anstehenden Probleme im Verein besser bewältigen zu können.

Unsere Sporthalle

Unser Turn- und Sportverein Albeck war gegründet, aber die Möglichkeiten zu regelmäßigem und sinnvollem Training waren damals nicht gegeben. Wie schon erwähnt, konnte über die Wintermonate kein Training abgehalten werden und in den Sommermonaten auch nur bei guter Witterung. Dies veranlaßte unsere damalige Vorstandschaft, bei der Gemeindeverwaltung einen Antrag auf Rückführung der Turnhalle für Vereinszwecke zu stellen. Die im Jahre 1938, also vor dem 2. Weltkrieg, mit wesentlichen finanziellen Mitteln des in Albeck geborenen Stuttgarter Großindustriellen Robert Bosch erstellte Turnhalle wurde während des Krieges zweckentfremdet. Die Räume der Turnhalle wurden im Krieg einer Abteilung von Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt. In und um die Turnhalle wurden allerlei Versuche zur Hochfreguenztechnik durchgeführt. Auch über den Krieg hinaus war die Turnhalle von dem Wissenschaftler Dr. Breuning noch gemietet. Er bezahlte der Gemeinde Miete, und auf diese Einnahmequelle wollten die damaligen Gemeinderäte noch nicht so schnell verzichten. Deswegen sah man es im damaligen Gemeindeparlament gar nicht gerne, daß sich einige junge Leute so beherzt um die Turnhalle kümmerten.Fest stand, daß die Turnhalle zu der Zeit zweckentfremdet war und daß das Begehren des Sportvereins um Überlassung und Rückführung in ihre ursprüngliche Bestimmung vollkommen berechtigt war. Oft haben die Vertreter des Turn- und Sportvereine Albeck ihre Forderungen betreffs Turnhalle vor dem Bürgermeister und Gemeinderat wiederholt, oft mußten sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen. Erst am 23.11.1949, fast 2 Jahre nach der Vereinsgründung, wurde bei einer Versammlung, die den Charakter eines Bürgerforums hatte, beschlossen, die Turnhalle nun doch für die Jugend und für den Sportverein freizugeben. Zu dieser Versammlung waren neben den Vertretern des TSV auch Vertreter der Öffentlichkeit und des Sports geladen: Regierungsrat Dambacher, Verwaltungsaktuar Egetenmeyer. Bei einer späteren öffentlichen Gemeinderatssitzung wurde vom Gemeinderat mit 7:1 Stimmen beschlossen, dem seitherigen Mieter der Turnhalle Dr. Breuning auf 1.4.1951 zu kündigen. Über 3 Jahre mußten unsere Aktiven damals warten, bis die vorhandene Turnhalle endlich ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden konnte. Über einige Jahrzehnte, bis zum heutigen Tage, war unsere Turnhalle unserem Vereine von großem Nutzen. Wir konnten zu jeder Zeit, bei Wind und Unwetter, unsere Übungsstunden in der Turnhalle durchführen. Bei vielen anderen Vereinen in unserer Nachbarschaft war dies nicht der Fall, und viele beneideten uns auch um unsere Halle. Freilich wurde die Turnhalle vom TSV in einem miserablen Zustand übernommen. Vor der Nutzung mußte zuerst von Vereinsmitgliedern in Gemeinschaftsarbeit der Boden instand gesetzt werden. Die Federbretter waren durchgetreten und mußten erneuert oder befestigt werden. Die Wände waren nahezu schwarz und mußten unbedingt mit neuer Farbe versehen werden. Erst dann war es möglich, zu trainieren und kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. Neben der Nutzung der Halle durch unsere aktiven Sportler wurde auch sehr bald die Halle zur Durchführung von kulturellen Veranstaltungen genutzt, und von ihrem Erlös konnte der Verein sehr bald neue Sportgeräte erwerben. Im Jahre 1953 konnte unser Verein auf Antrag vom Toto einen Betrag in Höhe von DM 5oo.– erhalten. Dieses Geld war zweckgebunden und wurde ebenfalls zum Erwerb von Sportgeräten verwendet. Neben einem Barren und einer Bodenmatte wurden 40 neue Stühle erworben, weiterhin wurden zur Beheizung des Saales 2 Sägemehlöfen angeschafft. So mußten Mitglieder unseres Vereins jahrelang einige Stunden vor Veranstaltungsbeginn die Sägemehlöfen stopfen und anzünden. Die Öfen strahlten vorübergehend eine große Hitze aus, aber wenn das Sägemehl verbrannt war, wurde es wieder sehr schnell kalt. Oft mußte man während den Veranstaltungen neu gefüllte Einsätze in die Öfen geben. So war es normal, daß unsere Gäste doch manchmal etwas Asche und Staub zu spüren bekamen. Diese Dinge, auch wenn sie unliebsam waren, hat man seinerzeit als Gast selbstverständlich hingenommen. Ein Jahr später wurde die Firma Bosch in Stuttgart in einem Schreiben um finanzielle Unterstützung zur Anschaffung von weiterer Bestuhlung für die Turnhalle gebeten. Die Antwort der Firma Bosch war positiv, sie hat unserem Verein für diese vorgesehene Investition 500.- DM übermittelt. Außerdem erhielt der Verein ein Bild von Robert Bosch mit der Bitte, dasselbe an einem würdigen Platz in der Turnhalle aufzuhängen. In einer Ausschußsitzung am 2.2.1952 wurde beschlossen, im Jahre 1952 eine Theaterbühne an die Turnhalle anzubauen und die Mitglieder des Gesangvereins zur Mitarbeit zu bitten. Eine damals durchgeführte Geldsammlung zur Finanzierung dieses Vorhabens erbrachte den schönen Betrag von DM 2 440. Im April 1952 wurde dann mit den Ausgrabungen begonnen. Es wurden Schienen gelegt, eine Lore entlehnt, mit dieser der Aushub weggefahren. Mit Pickel und Schaufel wurde gearbeitet, und mit dem Aushub wurde der jetzige Festplatz unter der Linde vergrößert und geebnet. Während der Bauzeit, die sich auf etwa ein halbes Jahr erstreckte, hatten einige unserer Mitglieder und Helfer auf viele Stunden ihrer Freizeit verzichtet. Besonders soll hier der Einsatz unseres Mitgliedes David Dannenmann erwähnt werden. Er hat mit vollem Einsatz persönlich mitgewirkt und sich täglich noch um weitere Helfer umgesehen, hat organisiert, vielleicht sich bei manchen Leuten dabei unlieb gemacht. Ihm war an erster Stelle zu danken, daß schon im Herbst desselben Jahres der Anbau fertiggestellt werden konnte. Bei der Einweihung des Anbaues wurden einigen verdienten Helfern Ehrennadeln des Vereins verliehen. So erhielt selbstverständlich David Dannenmann an erster Stelle die goldene Vereinsehrennadel überreicht, Karl Dannenmann, Georg Glöckler, Eberhard Schwenk und der derzeitige Vorsitzende Fritz Hagenmaier erhielten die silberne Vereinsehrennadel. Die Einweihungsfeier wurde umrahmt mit Vorführungen einer Langenauer Turnerriege. Den Abschluß bildete ein mit großer Beteiligung durchgeführter Hammellauf. Der Gewinner des Hammels war Georg Glöckler mit seiner Partnerin. Gerade ihm als einem der treuesten Helfer beim Anbau der Theaterbühne durfte man diesen Gewinn besonders gönnen. Bei guter Unterhaltung und Tanz wurde dann noch gefeiert und der Tag harmonisch zu Ende gebracht. Anfangs der sechziger Jahre, nachdem unser Sportplatz ins Wiesental verlegt worden war, stand die Turnhalle unseren Mannschaften und auch unseren Gästen zum Umkleiden vor und nach den Fußballspielen zur Verfügung, die Umkleidemöglichkeiten waren aber unbefriedigend, die sanitären Verhältnisse katastrophal, eine Dusche fehlte. Der seitherige Modus, das Umkleiden in einer Wirtschaft, waschen nach dem Fußballspielen in einem Zuber waren nun Seltenheitserscheinungen. Wir wurden von anderen Mannschaften bespöttelt. Schon bei einer meiner ersten Ausschußsitzungen als neuer Vorsitzender stellte ich dieses Problem zur Diskussion. Man war sich einig, daß hier etwas getan werden mußte und daß sich die leeren, allerdings verwahrlosten Kellerräume in der Turnhalle eignen würden. Die Gemeinde ist Eigentümerin der Turnhalle und war aus finanziellen Gründen seinerzeit nicht in der Lage, dem Turn- und Sportverein in die von uns vorgeschlagenen Kellerräume eine Duschanlage einzubauen. Bei einer Besichtigung der Räume mit Architekt Fassnacht und der folgenden Kostenaufstellung kam er auf einen Betrag von mindestens DM lo ooo.-. Die Materialkosten schätzte Herr Fassnacht auf DM 4 ooo.-. Nach vielen Überlegungen, Diskussionen und auch Aussprachen mit dem damaligen Gemeinderat legte man sich im Ausschuß und in der Vorstandschaft fest, der Gemeinde vorzuschlagen, daß die Mitglieder des Turn- und Sportvereins in Eigenleistungen die Kellerräume in der Turnhalle renovieren und mit Genehmigung in einen Keller die vorgesehene Dusche einbauen würden. Die Materialkosten streckte die Vereinskasse der Gemeinde zinslos vor, und man bat die Gemeinde, in jährlichen Raten von‘ DM 500.- dem Verein diese wieder Zurückzuzahlen. Dieser Vorschlag wurde vom damaligen Gemeinderat akzeptiert. Dem Baubeginn stand nun nichts mehr im Wege, allerdings zogen sich diese Verhandlungen und Planungen über ein Jahr hin. Das Warmwasser für die Dusche sollte mit gasbeheizten Durchlauferhitzern erzeugt werden. Im Winterhalbjahr 1968/69 wurden die Arbeiten in Angriff genommen. Es wurde zudem im Außenbereich noch ein Abgang geschaffen, Treppen an der Westseite angebracht und an der Ostseite ein kleiner Hofraum erstellt, sodaß zuletzt die Materialkosten doch DM 7 ooo – überstiegen. Aber die Investition war notwendig und brachte unseren Aktiven wesentliche Verbesserungen und Erleichterungen. Es war eine kleine Zahl an freiwilligen Helfern, die über ein halbes Jahr fest allabendlich und samstags in uneigennütziger Weise geholfen haben, dem Verein und den Aktiven Verbesserungen zu schaffen. Ohne einen Namen zu nennen, möchte ich an dieser Stelle allen damaligen Helfern Dank und Anerkennung sagen. Zweimal wurden vom TSV Vereinsräume in der Turnhalle geschaffen, anfangs der siebziger Jahre im freigewordenen Kindergarten und, nachdem dieser Raum für den inzwischen größer gewordenen Verein nicht mehr ausreichend war, in der im Obergeschoß gelegenen ehemaligen Wohnung unserer Lehrerin Frau Stieber. Die Räume wurden jeweils von Mitgliedern des TSV in Gemeinschaftsarbeit umgestaltet, die anfallenden Kosten aus der Vereinskasse finanziert. Neben der Schule durfte unser Verein viele Jahre die Turnhalle und die Vereinsräume kostenlos benutzen, dafür wurde die Turnhalle aber auch von den Mitgliedern des TSV instandgehalten. Zweimal wurde der Fußboden verbessert oder gar erneuert, trotzdem entsprach er nicht den’Anforderungen. Vor drei Jahren wurde von der Stadt Langenau, in die wir zwischenzeitlich eingemeindet wurden, Abhilfe geschaffen und ein sportgerechter Boden eingebracht. Auch werden schon seit einigen Jahren von der Stadt Mittel zur Deckung der Instandhaltungskosten im jährlichen Haushalt bereitgestellt.

Fortsetzung folgt demnächst…..